Lions und Rotarier engagieren sich für den Erhalt der heimischen Kulturlandschaft

Von Jürgen Kreppner|30. November 2024
Foto: Ralf Käppler

Gemeinschaftsaktion am „Dornespan“, einem Hutanger am Beerbacher Kirchenberg

An einem Samstagvormittag, dem letzten Novembertag 2024, trafen sich zum wiederholten Male Mitglieder des Laufer Lions-Clubs und des Rotary-Clubs Nürnberger Land, um sich wieder für Natur und Landschaft zu engagieren.

Geplant und organisiert hatte die Gemeinschaftsaktion Dieter Wölfel vom städtischen  Bauamt, zuständig für den Bereich Naturschutz, Baum- und Landschaftspflege, der aber ebenso wie bei den zurückliegenden Aktionen auch als ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter des Landkreises tätig war.

Zeugen alter fränkischer Hirtenkultur

Bereits in den Jahren 2009 und 2016 wurde der damals zugewachsene Anger auf zwei Teilabschnitten mit Hilfe der beiden Clubs freigestellt bzw. entbuscht, um seinen typischen Charakter wieder herzustellen und das damit verbundene Entwicklungsziel, die traditionelle Nutzung in Form einer Beweidung zu erreichen, was auch gelang. Allerdings ist der Verbiss durch die Weidetiere nicht immer ausreichend, und es muss zu gegebener Zeit nachgepflegt werden, um einer erneuten Verbuschung vorzubeugen. Und eben diese sogenannte Nachpflege wurde an diesem Aktionstag bei Bilderbuchwetter durchgeführt.

Bevor es losging erläuterte Wölfel den Biotoptyp Hutanger und dessen Geschichte näher. So erfuhr man von ihm u.a., dass sich früher der „Dornespan“ am Beerbacher Kirchenberg je zur Hälfte im Besitz der Gemeinde Beerbach und der Gemeinde Neunhof befand. Auch die uralte Flurbezeichnung „Espan“ weist bereits auf die Nutzung als Weideland hin. Im 17. Jahrhundert wurden auf diesem Gelände auch Rhätsandsteine u.a. für das Schlossgebäude in Neunhof gebrochen. Spuren dieser Tätigkeit sind noch zu beiden Seiten des Kirchenwegs deutlich erkennbar.

Mit der Aufgabe des Hirtendienstes in Neunhof 1902 und in Beerbach 1911 verlor der „Dornespan“ seine ursprüngliche Bedeutung.

So erscheint es umso wichtiger, diese besondere Waldform, die zu den Zeugnissen alter fränkischer Hirtenkultur zählt, zu erhalten. Zumal diese Hutanger nicht nur zu den landschaftlichen Höhepunkten Bayerns zählen, sondern auch seltenen Tier- und Pflanzenarten vielfältige und wertvolle Lebensräume bieten.

Als eine feine Sache bezeichnet es Wölfel, dass wieder so viel Akteure beider Clubs an diesem Aktionstag als ein Team zusammengekommen sind. Ausgestattet mit Sägen, Arbeitskleidung und fest zupackenden Händen, um hier das Unterholz unter den großen, mächtigen Bäumen in steiler Hanglage auf gut 6.000m²herauszuschneiden und das anfallende Schnittgut zusammenzutragen, das später zu Hackschnitzeln verarbeitet werden soll.

Für die wieder einmal gelungene Teamarbeit bedankte sich Wölfel herzlich bei allen Beteiligten und sieht darin einen wichtigen Beitrag diese seit Jahrhunderten gewachsene Kulturform mit den daran gebundenen Arten durch zielorientierte landschaftspflegerische Maßnahmen nachhaltig zu sichern.

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