
Naturschutzaktion am Maasenbach[
Im Rahmen eines Naturschutzprojekts trafen sich Ende Oktober rund zwei Dutzend engagierte Mitglieder des Lions Clubs Lauf und des Rotary Clubs Nürnberger Land, um mehrere Kopfweidenbäume entlang des Maasenbachs zu pflegen.
Vorbereitet wurde die Aktion von Dieter Wölfel, der im städtischen Bauamt unter anderem für die Bereiche Naturschutz, Baum- und Landschaftspflege verantwortlich zeichnet und als ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter des Landkreises Nürnberger Land schon seit über zwanzig Jahren Arbeitseinsätze wie diesen plant und begleitet.[Textumbruch][Textumbruch]Bereits 2019 wurde der Maasenbach auf Höhe des Heuchlinger Reit- und Fahrvereins auf den letzten 300 Metern, bevor er in die Pegnitz mündet, renaturiert. Der Bachlauf bekam eine naturnahe Linienführung mit variierenden Böschungsneigungen und Uferaufweitungen. In diesem Zusammenhang wurden damals auch die mächtigen alten und „durchgewachsenen“ Kopfweiden entlang des Gewässers aufwendig verjüngt.
Nachpflege ortsbildprägender Kopfweiden [Textumbruch][Textumbruch]Um rechtzeitig zu verhindern, dass die neu gebildeten Kopfäste, die sich seit dem letzten Pflegeschnitt wieder in Form von Ständerästen gebildet haben, ausbrechen, galt es, die meterlangen Weidenäste mit Hilfe verschiedenster Schnittwerkzeuge auf den sogenannten Stammkopf zurückzuschneiden. Bevor es aber losging, gab es von Dieter Wölfel noch einen kleinen Exkurs zum Thema. Wie er erzählte, wurden Kopfweiden früher hauptsächlich entlang von Gräben und Gewässern zur Uferbefestigung und zur Kennzeichnung von Flurgrenzen gepflanzt.
Das Schneiden von Kopfbäumen sei eine vom Menschen betriebene Erziehungsform von Bäumen, die naturschutzfachliche, wirtschaftliche oder gestalterische Ziele haben könne, so Wölfel. Und früher habe man im bäuerlichen Wirtschaftsbetrieb vielfältige Verwertungsmöglichkeiten für das Holz und die Weidenruten gehabt. So seien beispielsweise Neuaustriebe als Flechtmaterial für Körbe, Reusen und Flechtzäune genutzt worden, aus dem älteren Stangenholz habe man Stiele gemacht oder es als Brennholz verwendet. Aber heutzutage haben die Kopfweiden kaum noch wirtschaftlichen Wert. Vereinzelt wird der Weidenschnitt noch als Flechtmaterial, als Steckhölzer für Neupflanzungen oder zur Herstellung von Weidenfaschinen zur Böschungssicherung genutzt.
Lebensraum für Käfer, Vögel und Kleinsäuger
Wie Wölfel betonte, zählen Kopfweiden zu den landschaftsprägenden Elementen und seien von großer Bedeutung für die Ökologie. Gerade die alten, dickstämmigen Weiden zählen zu den insektenreichsten Pflanzenarten Mitteleuropas, weil sie idealer Wohn-, Nahrungs- oder Metamorphoseort sind. Und gleichzeitig auch einen wertvollen Lebensraum für viele höhlenbrütende Vogelarten und Kleinsäuger wie Siebenschläfer und Fledermäuse bieten können.
Nach den aufwendigen Schnittarbeiten wurde das anfallende, mehrere Meter lange Schnittgut auf Holzpolter zum Abholen zusammengetragen, um dann später zu einer Sammelstelle transportiert und zu Hackschnitzeln verarbeitet zu werden – eine schweißtreibende Arbeit, deren Ergebnis sich sehen lassen könne, wie Dieter Wölfel den freiwilligen Helferinnen und Helfern attestierte. Er bedankte sich herzlich bei den Lions und den Rotariern, die mit ihrem Engagement zum Erhalt der Kopfweiden als kulturhistorisches Landschaftselement mit ihrer landschaftsästhetischen Wirkung einen wichtigen Beitrag geleistet hätten.
