
Bei bestem Wetter gelang es wieder einmal mit rund zwei Dutzend motivierten Mitgliedern des Lions Clubs Lauf und des Rotary Clubs Nürnberger Land, am 17. Februar ein Naturschutzprojekt durchzuführen. Dabei wurden mehrere Kopfweidenbäume entlang des Maasenbachs gepflegt. Dieter Wölfel, der im städtischen Bauamt unter anderem für die Bereiche Naturschutz, Baum- und Landschaftspflege verantwortlich zeichnet und gleichzeitig als ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter des Landkreises Nürnberger Land die jährlichen Arbeitseinsätze mittlerweile schon seit 20 Jahren anbietet und vorbereitet, hatte diese etwas besondere Maßnahme für die traditionelle Gemeinschaftsaktion geplant.
Entlang des Maasenbachs stehen eine Vielzahl von sogenannten Kopfweidenbäumen. Auf Höhe des Heuchlinger Reit- und Fahrvereins wurde der Bach bereits 2019 auf den letzten rund 300 Metern, bevor er in die Pegnitz mündet, renaturiert. Soll heißen, dass der Bachlauf hier eine naturnahe Linienführung bekommen hat mit variierenden Böschungsneigungen und Uferaufweitungen. In diesem Zusammenhang wurden damals auch die mächtigen alten und „durchgewachsenen“ Kopfweiden aufwendig verjüngt. Um rechtzeitig zu verhindern, dass der in den vergangenen Jahren sich erneut gebildete Aufwuchs in Form von Ständerästen ausbricht, bestand der Arbeitsauftrag darin, die meterlangen Weidenäste mit Hilfe verschiedenster Schnittwerkzeuge auf den sogenannten Stammkopf zurückzuschneiden. Bevor es aber losging gab es von Dieter Wölfel noch einen kleinen Exkurs zum Thema selbst und zur Schnitttechnik:
Früher wurden Kopfweiden hauptsächlich entlang von Gräben und Gewässern zur Uferbefestigung und zur Kennzeichnung von Flurgrenzen gepflanzt. Das Schneiden von Kopfbäumen ist eine vom Menschen betriebene Erziehungsform von Bäumen, die naturschutzfachliche, wirtschaftliche oder gestalterische Ziele haben kann, erläuterte Wölfel. Früher hatte man vielfältige Verwertungsmöglichkeiten der Ruten und des Holzes im bäuerlichen Wirtschaftsbetrieb. So wurden zum Beispiel Neuaustriebe als Flechtmaterial für Körbe, Reusen und Flechtzäune genutzt. Das ältere Stangenholz für Stiele bis hin zur Brennholznutzung.
Kopfweiden zählen zu den landschaftsprägenden Elementen (Kulissenbäume), sind von sehr großer Bedeutung für den Artenschutz und bieten zusätzlich wertvollen Lebensraum. Weit über 100 Käferarten können auf ihnen leben, sowie viele höhlenbrütende Vogelarten und Kleinsäuger, erzählt Wölfel.
Nach den aufwendigen Schnittarbeiten wurde noch abschließend das anfallende mehrere Meter lange Schnittgut schweißtreibend auf einen Holzpolter zum Abholen zusammengetragen, um dann später zu einer Sammelstelle transportiert und zu Hackschnitzeln verarbeitet zu werden.
Das Ergebnis könne sich wirklich sehen lassen, attestierte Wölfel und bedankte sich bei Lions und Rotariern für das tolle Engagement. Er sehe das als wichtigen Beitrag, diese seit Jahrhunderten gewachsene Kulturform zu erhalten und zu fördern.

